Fersensporn-Risiko senken: 5 Tipps für den Schuhkauf

Zu klein, zu groß, zu schmal oder einfach unpassend – unsere Schuhe sind oft nicht so gut zu unseren Füßen, wie wir glauben. Der Deutsche Fußreport, für den Wissenschaftler über 10.000 Füße vermessen haben, zeigt: 82 Prozent der Deutschen tragen ungeeignetes Schuhwerk. Die Folgen reichen von Blasen über Fußfehlstellungen bis hin zu hartnäckigen Schmerzen an der Ferse. Besonders häufig entsteht dabei ein Fersensporn – eine schmerzhafte Reizung an der Fußsohle, die jeden Schritt zur Qual machen kann. Doch das lässt sich vermeiden.

Schuhgröße: Passt nicht, gibt’s leider oft

„Das größte Problem ist die falsche Schuhgröße“, sagt Dr. Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut. Viele Menschen kennen ihre aktuelle Schuhgröße nicht genau – und verlassen sich auf Gewohnheit. Dabei verändern sich Füße im Laufe des Lebens. Sie werden breiter, länger oder verlieren an Spannkraft.

Frauen sind laut Studien besonders betroffen: Sie neigen dazu, Schuhe zu klein zu kaufen – sei es aus ästhetischen Gründen oder weil es ihr Lieblingsmodell nur noch in einer Nummer kleiner gibt. Die Folge: Gequetschte Zehen, Druckstellen und überlastete Fersen. Wer zu große Schuhe trägt, läuft hingegen instabil – das Abrollen wird erschwert, Gelenke und Bänder müssen mehr ausgleichen.

Tipp 1: Füße regelmäßig vermessen lassen – am besten am Nachmittag, wenn sie leicht angeschwollen sind. So bekommt man die realistischste Angabe für Länge und Breite.

Genug Platz für den Fuß

Ein gut sitzender Schuh sollte vorne etwa einen Daumenbreit Platz lassen – sowohl in der Länge als auch in der Breite. Zu wenig Raum bedeutet ständigen Druck auf den Vorfuß, was sich auf die gesamte Fußstatik auswirkt. Überlastungen im Fersenbereich sind eine häufige Folge – und damit ein Risikofaktor für die Ausbildung eines Fersensporns.

Tipp 2: Schuhe nie nach der Nummer kaufen, sondern immer anprobieren – mit Socken, wie sie auch im Alltag getragen werden. Wichtig ist auch, beide Füße zu testen – denn sie sind selten exakt gleich groß.

Gute Dämpfung, flexible Sohle

Besonders wichtig bei der Vorbeugung gegen Fersenschmerzen ist eine angemessene Dämpfung im Fersenbereich. Ein Fersensporn entsteht oft durch Mikroverletzungen der Plantarfaszie, einem straffen Band an der Fußsohle, das bei jedem Schritt unter Spannung steht. Eine gut gepolsterte Schuhsohle entlastet dieses Gewebe und vermindert die Reizanfälligkeit.

Tipp 3: Achten Sie auf eine weiche, aber stützende Fersendämpfung – besonders, wenn Sie viel gehen oder stehen. Auch das Abrollen sollte durch eine leicht flexible Sohle erleichtert werden.

Auf das Fußbett kommt es an

Nicht jeder Fuß ist gleich – deshalb sollte ein guter Schuh ein anatomisch geformtes Fußbett bieten, das den Längs- und Quergewölben Stabilität gibt. Wer besonders empfindlich auf Druck reagiert oder bereits Beschwerden hat, kann auch spezielle Einlegesohlen nutzen. Diese unterstützen gezielt dort, wo Entlastung gebraucht wird.

Tipp 4: Probieren Sie Schuhe mit herausnehmbaren Einlagen – so lassen sich orthopädische Sohlen bei Bedarf integrieren.

Absatzhöhe und Sohlengeometrie

Flache Schuhe sind nicht automatisch die gesündeste Wahl – im Gegenteil: Ganz flache Sohlen ohne jede Erhöhung können die Ferse stärker belasten, weil die Fußsohle ständig unter Spannung steht. Ideal ist ein leichter Absatz von etwa 1,5 bis 3 Zentimetern. Auch abgerundete Sohlen oder Modelle mit sogenannten „Rocker-Sohlen“ können helfen, den Abrollvorgang zu erleichtern.

Tipp 5: Wählen Sie Schuhe mit leichter Sprengung – also einem Höhenunterschied zwischen Ferse und Ballen – für eine entspanntere Fußhaltung.

Fazit: Guter Schuh, gesunder Fuß

Ein Fersensporn entwickelt sich schleichend – doch er lässt sich vermeiden. Wer beim Schuhkauf auf die richtige Passform, eine gute Dämpfung und ergonomisches Design achtet, tut viel für die langfristige Fußgesundheit. Ein Besuch im Fachgeschäft lohnt sich – besonders, wenn bereits Beschwerden bestehen oder Risikofaktoren vorliegen. Denn die wichtigste Regel gilt immer: Der Schuh muss sich dem Fuß anpassen – und nicht umgekehrt.