
Nagelpilz ist eine Infektion, die durch mikroskopisch kleine Pilzerreger und Pilzsporen ausgelöst wird. Er ist inzwischen zur Volkskrankheit geworden.
Meist erkennt man Nagelpilz (Onychomykose) daran, dass sich die Nagelfarbe verändert, sich der Nagel in der Form verändert, manchmal schuppt der Nagel auch. Am häufigsten sind die großen Zehen, am zweithäufigsten die kleinen Zehen von Nagelpilz betroffen.
Pilzerreger und Pilzsporen befinden sich quasi überall und sind hochansteckend von Mensch zu Mensch. Die Erreger können von der Haut bei leichten Nagelverletzungen in den Nagel eindringen.
Im feucht-warmen Milieu fühlen sich Pilzerreger besonders wohl. Dieses Milieu finden sie
- in Schwimmbädern, Fitness-Studios, Saunen
- in Sporthallen und Umkleidekabinen
- auf Teppichböden in Hotels
Auch auf der menschlichen Haut finden die Dermatophyten bisweilen diese feucht-warme Umgebung – deshalb sind sie so ansteckend.
Nagelpilzinfektionen sind relativ häufig. In Deutschland sind über 12 Prozent der Bevölkerung von einer Pilzinfektion der Nägel betroffen – kein Grund zur Scham also. Der Mythos „Nagelpilz bekommt man durch schlechte Hygiene“ hält sich hartnäckig, ist aber falsch. In zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine Infektion leicht, wobei Männer etwas häufiger betroffen sind als Frauen.
Symptome
- Kleine runde oder ovale weiße, gelbliche oder graubraune Flecken an einer oder mehreren Stellen des betroffenen Nagels
- Oft beginnen die Verfärbungen an den Rändern des Nagels oder am vorderen Nagelrand
- Häufig ist eine Beteiligung der umgebenden Haut an den Füßen und zwischen den Zehen mit Rötungen und Juckreiz zu beobachten.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung können folgende Symptome hinzukommen:
- Die Nagelplatte verdickt sich zunehmen
- Der Nagel wird gelblich-weißlich und bröckelig
- Die gesamte Nagelplatte kann sich anheben und ablösen
Wie entsteht Nagelpilz?
Gesunde Nägel sind die beste Abwehr gegen Nagelpilz. Wird der Nagel verletzt, beispielsweise durch den Druck auf die Nägel durch zu enge Schuhe, können die Erreger eindringen – und diese lauern etwa in Saunen und Schwimmbädern, aber auch daheim im eigenen Badezimmer. Oft geht ein Nagelpilz mit einem Fußpilz einher. Das heißt: Die Pilzerreger wandern vom eigenen Fuß in den Nagel – oder ein Familienmitglied reicht die Erreger weiter. Die Pilzerreger haften an Fußmatten und Badehandtüchern und können sich so munter von einem Familienmitglied zum nächsten ausbreiten. Auch beim Wandern und Joggen werden die Zehnägel durch die Reibung stark strapaziert, es können winzige Verletzungen am Nagel entstehen: die perfekte Eintrittspforte für die Fußpilz-Sporen.
Wann zum Arzt?
Eine Nagelpilzinfektion heilt nicht von allein, sondern muss immer behandelt werden. Bitte beachten: Sie ist hoch ansteckend. Bei Verdacht auf eine Nagelpilzinfektion sollten Betroffene deshalb entweder einen Hautarzt aufsuchen oder sich in einer Apotheke beraten lassen. Auch andere Ersterkrankungen könnten die Ursache für eine Nagelpilzinfektion sein.
Untersuchung
Erste Indizien sind Verfärbungen, Verdickungen und brüchige Nägel. Um die Blickdiagnose zu unterstützen und andere Nagelerkrankungen auszuschließen, kann das Anlegen einer Pilzkultur oder eine mikroskopische Untersuchung durch den Hautarzt sinnvoll sein.
Behandlung
Die Nagelpilz-Behandlung ist abhängig davon, wie weit sich der Pilz ausgebreitet hat. Spezieller Nagellack oder eine Tinktur können besonders im Anfangsstadium helfen. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Alle Mittel enthalten so genannte Antimykotika, pilzabtötende Wirkstoffe.
Mur wenn der Nagel zu einem Großteil (über 80 Prozent) befallen oder die Nagelwurzel betroffen ist, kann zusätzlich eine systemische Therapie mit Tabletten notwendig werden. Diese muss ärztlich überwacht werden.
Ein Nagelpilz muss austherapiert sein, dazu bedarf es Geduld. In Schwimmbädern unbedingt Schuhe tragen, Socken auf 60 Grad waschen, Fliesen, Fußboden und Schuhe desinfizieren.
Grundsätzlich gilt: Die Behandlung muss so lange fortgeführt werden, bis der Nagel gesund nachgewachsen ist. Nach 6 Monaten ist er meist abgeklungen, nach 9 Monaten meist zum Großteil nicht mehr sichtbar, nach 12 Monaten konsequenter Behandlung sollte der Nagelpilz vollständig bekämpft worden sein.
Über 30 Prozent der Nagelpilz-Betroffenen leiden auch an Fußpilz.
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Quellen/Mit Material von:
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