Ein junger Mann läuft barfuß in seinem modernen Hotelzimmer
In Hotels am besten die Badeschuhe benutzen (Symbolbild: AI generated)

Fußpilz ist hierzulande eine der häufigsten Infektionskrankheiten: Bis zu 15 von 100 Deutschen sind davon betroffen. Fußpilz kann man oft schon auf den ersten Blick erkennen: Der betroffene Bereich juckt, ist gerötet, nässt, schuppt und bildet Blasen.

Auslöser sind mikroskopisch kleine Pilze, die ausschließlich Haut, Haare und Nägel befallen: sogenannte Dermatophyten. Sie sind schnell übertragbar und deshalb sehr ansteckend.

Fußpilz (Tinea pedis) breitet sich typischerweise in der in der obersten Hautschicht aus. Er kann auf die Zehennägel übergehen, sodass zusätzlich ein Nagelpilz entsteht.

Ältere Personen entwickeln häufiger Fußpilz als jüngere. Aber auch Kinder sind zunehmend von Fußpilz betroffen. Bei Frauen ist die Tinea pedis etwas weniger verbreitet als bei Männern. Mögliche Gründe hierfür sind Unterschiede in der Fußbekleidung und den geschlechterunterschiedlichen Pflegegewohnheiten.

Fußpilz: Ansteckung und Risikofaktoren

Fußpilz verbreitet sich meist von Mensch zu Mensch. Eine Ansteckung ist möglich durch direkte und indirekte Übertragung.

Während eine unmittelbare Ansteckung eher selten ist (etwa bei Kontaktsportarten wie Judo), kann man sich indirekt überall dort mit Fußpilz anstecken, wo infizierte Personen barfuß gehen und Hautschüppchen hinterlassen. Typische Infektionsquellen sind deshalb Fußböden in öffentlichen Bädern und Teppichböden in Hotels und Ferienwohnungen.

Wenn die Erreger auf einen anderen Menschen übertragen werden, bedeutet das jedoch nicht zwangsläufig, dass diese Person tatsächlich einen Fußpilz entwickelt. Vielmehr müssen dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Ein feuchtes Milieu bietet den idealen Nährboden für die Fadenpilze und ist von entscheidender Bedeutung für die Entstehung von Fußpilz. Als wichtigste Ursachen für den Ausbruch der Tinea pedis gelten:

  • enge Schuhe
  • Schweißfüße (z.B. durch häufiges Tragen von Sportschuhen)
  • schlechtes Abtrocknen der Füße, vor allem in Verbindung mit schlechter Abdunstung durch luftundurchlässige Kleidung wie ungeeignete Strümpfe oder Schuhe aus Kunststoff (z.B. Gummistiefel)
  • kleinere Hautverletzungen
  • geschwächte Körperabwehr

Im englischen Sprachraum ist die Tinea pedis unter der Bezeichnung Athlete’s foot (= Sportlerfuß) bekannt, da Sportler häufig von Fußpilz betroffen sind. Ursache hierfür ist die für Sportler typische Kombination aus:

  • häufiger Nutzung öffentlicher Duschräume oder Umkleidekabinen von Sportstätten, wo das Risiko einer Übertragung hoch ist, und
  • schweißfördernden Sportschuhen, die einen idealen Feuchtraum für den Fußpilz bieten.

Darüber hinaus entscheiden weitere individuelle Faktoren darüber, ob jemand nach der Ansteckung Fußpilz bekommt oder nicht. Ein erhöhtes Risiko für Tinea pedis haben zum Beispiel Menschen mit

  • Fußfehlstellungen mit starker Annäherung der Zehen,
  • Diabetes mellitus oder
  • Durchblutungsstörungen.

Fußpilz erkennen

In der Regel ist Fußpilz (Tinea pedis) schon auf den ersten Blick leicht zu erkennen. Um sicherzugehen, dass es sich tatsächlich um Fußpilz handelt, kann der Arzt Hautschuppen von der betroffenen Hautstelle abschaben und anschließend unter dem Mikroskop untersuchen. Seltener ist es notwendig, den genauen Erregertyp im Labor zu bestimmen.

Typische Symptome von Fußpilz (Tinea pedis) sind:

  • Hautrötung
  • Hautnässen
  • Hautschuppung
  • Blasenbildung
  • Juckreiz

Oft befällt Fußpilz beide Füße gleichzeitig. Je nachdem, welches Befallsmuster die Symptome erkennen lassen, unterscheidet man drei Formen von Tinea pedis:

1. Fußpilz zwischen den Zehen

Häufig bildet sich Fußpilz in den Zehenzwischenräumen. Die ersten Symptome treten dabei meist zwischen dem vierten und fünften Zeh auf. Diese Form von Fußpilz nennen Ärzte Tinea pedis interdigitalis (interdigital = zwischen den Fingern bzw. Zehen). Im Anfangsstadium weicht die Haut etwas auf. Anschließend können die betroffenen Hautstellen

  • leicht gerötet sein,
  • schuppen,
  • jucken,
  • weiße, verquollene, dicke Hautlagen zeigen oder
  • tiefe, schmerzhafte Risse bilden.

Weitere Symptome können kleine Bläschen an den Seitenflächen der Zehen sein. Bleibt die Tinea pedis interdigitalis lange unerkannt und unbehandelt, dehnt sie sich unter Umständen auf Fußsohlen, Fußkanten und den Fußrücken aus.

2. Schuppiger und stark verhornender Fußpilz

Fußpilz kann auch die Fußsohle betreffen (sog. Tinea pedis plantaris) und sich langsam auf die Fußkanten und den Fußrücken ausbreiten. Typische Symptome: Die betroffene Hautpartie schuppt und verhornt (was Mediziner als squamös-hyperkeratotisch bezeichnen). Zunächst bildet sich eine feine, trockene Schuppung auf einer leicht bis mäßig stark entzündeten Haut. Im weiteren Verlauf können sich dicke Hornhautschichten und schmerzhafte Risse bilden, vor allem an den Fersen.

Ein schuppiger und stark verhornender Fußpilz erinnert durch sein Befallsmuster und die Symptome an einen sogenannten Mokassin-Schuh, weshalb man ihn auch als Mokassin-Form bezeichnet. Häufig erkennen die Betroffenen diese Fußpilz-Form gar nicht, sondern glauben, sie hätten eine trockene Haut.

3. Fußpilz mit Bläschen

Bei der sogenannten vesikulos-dyshidrotischen Form von Fußpilz bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen am Fußgewölbe und den Fußkanten. Aufgrund der dicken Hornschicht an den Fußsohlen platzen diese Bläschen nicht von selbst auf, sondern trocknen ein. In der Folge spannt und juckt die Haut.

Fußpilz: Verlauf

Fußpilz (Tinea pedis) kann sehr hartnäckig sein und heilt in der Regel nicht von alleine. Ohne Behandlung geht die Pilzerkrankung in einen chronischen Verlauf über.

Komplikationen bei Fußpilz

Zu möglichen Komplikationen zählen:

Nagelpilz: Wenn das Nagelbett der Zehen bei einer Tinea pedis verletzt ist, kann sich zusätzlich ein Nagelpilz entwickeln. Typische Symptome für Nagelpilz sind dicke, verfärbte und unschön aussehende Finger- oder Zehennägel.

Eine zusätzliche Infektion (sog. Superinfektion) der betroffenen Hautbereiche mit Bakterien: Die von der Tinea pedis befallene Haut ist geschädigt und bietet Bakterien eine Eintrittspforte. Kommt es an den betroffenen Stellen zu einer Infektion mit A-Streptokokken, können diese zu einer Wundrose führen. Dabei handelt es sich um eine Hautentzündung mit flammenförmigen, scharf begrenzten Rötungen, in deren Verlauf die Haut anschwellen kann und ein Spannungsgefühl, Schmerzen sowie Fieber auftreten können.

Unverträglichkeitsreaktionen: Kommen gegen eine Tinea pedis Antipilzmittel (sog. Antimykotika) zum Einsatz, können empfindliche Personen darauf z.B. mit einem Kontaktekzem reagieren.

Fußpilz behandeln

Gegen Fußpilz hilft eine Behandlung mit einem pilzabtötenden oder -hemmenden Mittel (sog. Antimykotikum). Wenn Sie gleichzeitig starke Entzündungen haben, ist es ratsam, diese vor dem Fußpilz zu behandeln – zum Beispiel mit einem speziellen Fußbad.

Antipilzmedikamente zum Auftragen erhalten Sie als Salbe, Creme oder Puder rezeptfrei in der Apotheke. Gängige Wirkstoffe gegen Tinea pedis sind zum Beispiel:

  • Econazol
  • Clotrimazol
  • Terbinafin
  • Bifonazol
  • Miconazol

Sind nur Ihre Zehenzwischenräume vom Fußpilz befallen, reicht in der Regel eine örtliche Behandlung mit den rezeptfreien Mitteln aus. Wie lange es dauert, bis der Fußpilz spürbar zu heilen beginnt, hängt vom eingesetzten Mittel ab. Die Antimykotika wirken auf unterschiedliche Arten, weshalb die Anwendungsdauer variiert:

Fungistatische Antimykotika: Antipilzmittel mit fungistatischen Wirkstoffen (wie Clotrimazol) töten den Fußpilz nicht ab, sondern verhindern, dass er wächst und sich dadurch weiter verbreitet. Da sich die Haut ständig erneuert und abgestorbene Hautschuppen abstößt, werden Hautzellen, die vom Pilz befallen sind, nach und nach mit abgestoßen. Wenden Sie das Antipilzmittel lange genug an, ist Ihr Fuß nach einer Weile pilzfrei. In der Regel dauert die Behandlung etwa drei bis vier Wochen.

Fungizide Antimykotika: Antipilzmittel mit fungiziden Wirkstoffen (wie Terbinafin) töten den Fußpilz direkt ab. Dadurch ist die notwendige Behandlungszeit deutlich kürzer als bei fungistatischen Mitteln. Bei einer leichten Tinea pedis reicht womöglich eine Einmalbehandlung mit einem terbinafinhaltigen Mittel.

Wenn die äußerliche Behandlung nicht anschlägt, wird der Arzt möglicherweise Antipilzmittel in Tablettenform mit Wirkstoffen wie Itraconazol oder Terbinafin verschreiben. Dies ist in der Regel jedoch nur selten notwendig. Die Therapie mit Tabletten ist im Vergleich zur lokalen Behandlung mit mehr Nebenwirkungen verbunden. Dazu zählen zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden oder Kopfschmerzen und, in seltenen Fällen, Leberprobleme.

Tipps zur weiteren Behandlung

Bei Fußpilz sind für eine erfolgreiche Behandlung nicht nur Medikamente ausschlaggebend. Wichtig ist es auch, dass Sie Ihre Zehen getrennt und trocken halten. Hilfreiche Verhaltens-Tipps, um den Hautpilz loszuwerden:

Wechseln Sie während der Behandlung möglichst oft Handtücher, Waschlappen und Socken.

Trocknen Sie Ihre Füße einschließlich der Zehenzwischenräume immer gründlich ab.

Tragen Sie Baumwollstrümpfe und wechseln Sie diese täglich.

Waschen Sie die Socken bei 60 Grad Celsius.

Tragen Sie nicht zu enge Schuhe.

Tragen Sie möglichst Schuhe mit luftdurchlässigem Material wie Leder oder Leinen und wechseln Sie diese so häufig wie möglich.

Legen Sie Verband- oder Stoffstreifen zwischen die Zehen – diese nehmen die Feuchtigkeit auf. Auch Puder kann helfen, die Zehenzwischenräume trocken zu halten.

Desinfizieren Sie alle Gegenstände, die Hautpilze verbreiten können (wie Schuhe und Strümpfe), mit einem Antipilzmittel: Das Desinfizieren verhindert, dass sich der Fußpilz weiter ausbreitet.

Tragen Sie an öffentlichen Orten wie Duschräumen, Schwimmbädern oder im Hotel grundsätzlich Badeschuhe.

Hausmittel gegen Fußpilz

Helfen Hausmittel gegen Fußpilz? Und wenn ja: welche? Zu den häufig empfohlenen Hausmitteln gegen Fußpilz zählen:

  • Apfelessig, der auf die befallenen Stellen aufgetragen wird
  • Fußbäder mit Kräutern wie Lavendel oder Salbei
  • Backpulver, mit dem der Fuß gepudert wird

Der eine oder andere mag auf eines dieser Hausmittel schwören. Fest steht jedoch: Bislang konnte die Wirkung solcher Hausmittel nicht eindeutig erwiesen werden.

Um die Wirksamkeit von Teebaumöl zu überprüfen, hat die OFZ-Redaktion (Online-Fusszentrum) im März 2025 in 30 wissenschaftlichen Quellen recherchiert.

Das Ergebnis: Teebaumöl besitzt nachweislich antimykotische Eigenschaften, doch die klinische Wirksamkeit gegen Fußpilz ist begrenzt. Einzelne Studien zeigen zwar, dass hochprozentige Teebaumöl-Zubereitungen Pilzinfektionen reduzieren können, jedoch bleibt die Erfolgsquote hinter der von medizinischen Standardtherapien zurück​.

Oft wird eher eine Verbesserung der Symptome als eine vollständige Ausheilung erreicht​. Unterm Strich kann Teebaumöl bei milden Fällen oder als unterstützende Maßnahme ausprobiert werden, sofern keine Unverträglichkeit vorliegt. Teebaumöl ist ein ätherisches Öl mit irritativem Potential (Reizungen). Häufige Nebenwirkungen bei topischer Anwendung sind Hautrötung, Brennen, Juckreiz und Austrocknung.

Wie Sie Fußpilz vorbeugen können

Fußpilz (Tinea pedis) können Sie wirksam vorbeugen, indem Sie folgende Tipps beachten:

Sorgen Sie für trockene Zehenzwischenräume. Wenn Sie sehr stark schwitzen und sehr eng stehende Zehen haben, ist es sinnvoll, zusätzlich Stoffstreifen zwischen die Zehen zu legen.

Verzichten Sie möglichst auf zu enges Schuhwerk und Synthetikmaterialien bei Schuhen und Strümpfen, da sie die Entstehung von Feuchtigkeit und somit eine Pilzinfektion begünstigen. Wählen Sie stattdessen atmungsaktive Materialien.

Zusätzlich können Sie zur Vorbeugung von Fußpilz Ihre Schuhe regelmäßig desinfizieren (z.B. mit einem entsprechenden Spray).

Waschen Sie Ihre Socken und Strümpfe bei mindestens 60 Grad Celsius.

Tragen Sie Badeschuhe, wenn Sie ins Schwimmbad oder in die Sauna gehen oder öffentliche Duschen benutzen.

Vermeiden Sie in der Sauna den direkten Kontakt mit dem Holz und Ähnlichem, indem Sie ein eigenes Handtuch unterlegen.

Laufen Sie auf Teppichböden in Hotelzimmern nie barfuß.

Stärken Sie Ihr Immunsystem: Ist die Körperabwehr insgesamt geschwächt, haben auch Pilzinfektionen ein leichtes Spiel. Beispielsweise kann ein Mangel an Vitamin B7 (Biotin) der Grund für einen Pilzbefall sein. Lassen Sie den Mangel von einem Arzt bestätigen. Ein Biotinmangel wird meist über die Menge im Urin nachgewiesen. Erhöhen Sie die Aufnahme biotinreicher Lebensmittel wie Eier, Nüsse, Leber, Hefe und Vollkornprodukte.

BITTE BEACHTEN SIE, DASS UNSERE ANGABEN TROTZ GRÖSSTER BEMÜHUNGEN EINEN FACHLICHEN MEDIZINISCHEN RAT DURCH EINEN ARZT GENERELL NICHT ERSETZEN KÖNNEN.

Quellen/Mit Material von:

>> Eigene Recherchen