Unsere Füße tragen uns durchs Leben – zuverlässig und oft über Jahrzehnte. Dennoch schenken wir ihnen im Alltag kaum Beachtung. Dabei lohnt es sich, ihnen regelmäßig professionelle Pflege zukommen zu lassen, vor allem aus medizinischer Sicht. Doch was genau leistet ein Podologe – und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Mehr als nur Pediküre: Was medizinische Fußpflege ausmacht
Im Unterschied zur kosmetischen Fußpflege steht bei der medizinischen Fußpflege nicht die Ästhetik im Vordergrund, sondern die Behandlung konkreter Beschwerden. Dazu zählen Hühneraugen, Druckstellen, eingewachsene oder entzündete Nägel, Pilzbefall oder Warzen. Die Durchführung erfolgt ausschließlich durch speziell ausgebildete Fachkräfte – sogenannte Podologen.
Podologen verfügen über eine gesetzlich geregelte zweijährige Ausbildung und gehören zu den Gesundheitsfachberufen. Sie arbeiten eng mit Ärzten zusammen und sind insbesondere für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes wichtige Ansprechpartner. Bei Diabetikern mit Risikofüßen – etwa im Zusammenhang mit dem diabetischen Fußsyndrom – wird sogar eine regelmäßige podologische Betreuung empfohlen.
So läuft eine Behandlung ab
Der erste Schritt ist oft ein warmes Fußbad, das Haut und Nägel auf die anschließende Behandlung vorbereitet. Danach erfolgt eine gründliche Untersuchung der Füße. Problemstellen wie Hornhaut, Hühneraugen oder entzündete Nagelfalze werden identifiziert und sachgerecht behandelt. „Die Hornhaut wird mit Fräser und Skalpell abgetragen“, erklärt Podologin Tina Köhler aus Hamburg. Auch bei hartnäckigen Fuß- oder Nagelpilzinfektionen oder Warzen kommt die Podologie zum Einsatz – stets unter Einhaltung hygienischer Standards.
Eine Sitzung dauert im Durchschnitt rund 40 Minuten. Sie umfasst Inspektion, Beratung und die eigentliche Behandlung. Ziel ist nicht nur eine punktuelle Linderung, sondern die langfristige Gesundheit der Füße.
Wer trägt die Kosten?
Liegt eine medizinische Notwendigkeit vor – etwa bei Diabetes, bestimmten Nervenschädigungen oder Durchblutungsstörungen – und stellt der Arzt eine entsprechende Heilmittelverordnung aus, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Behandlung. Voraussetzung ist, dass die Podologie von einem zugelassenen Fachbetrieb durchgeführt wird.
Für gesunde Menschen, die aus präventiven Gründen zur medizinischen Fußpflege gehen, zahlt die Kasse in der Regel nicht. Dennoch kann eine regelmäßige Behandlung auch hier sinnvoll sein – etwa um Problemen frühzeitig vorzubeugen.
Was kostet eine medizinische Fußpflege?
Die Preise variieren je nach Aufwand und Region. Für Selbstzahler liegen die Kosten für eine Sitzung meist zwischen 20 und 30 Euro. Zusätzliche Leistungen, etwa das Fixieren von Prothesen oder das Anfertigen spezieller Druckentlastungen, können gesondert berechnet werden. Kosmetische Maßnahmen – wie das Kürzen der Nägel oder das Entfernen von Hornhaut ohne medizinischen Befund – kosten in der Regel zwischen 15 und 30 Euro.
