Wenn Kinder das erste Mal ohne fremde Hilfe laufen können, ist das für die Eltern ein ganz besonderer Moment. Und der Zeitpunkt, um loszuziehen und dem aktiven Nachwuchs das erste Paar Schuhe zu besorgen.

„Leider sind nicht alle Schuhe, die der Handel anbietet, empfehlenswert“, warnt Ulrich Betz, Einrichtungsleiter des Instituts für Physikalische Therapie, Rehabilitation und Prävention an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. In seiner „Mainzer Fußschule“ hat der Experte täglich mit Senk-, Spreiz- oder Plattfüßen zu tun, die häufig direkte Folge falschen Schuhwerks sind.
„Alle Menschen kommen mit Plattfüßen auf die Welt“, sagt Betz. Erst im Laufe der ersten Lebensjahre formt sich die klassische Wölbung des Fußes aus. „Dafür braucht es aber gute Schuhe, die diese Formung auch ermöglichen.“ Ein Schuh, so bringt es der Experte auf den Punkt, muss dem Fuß die Arbeit erlauben, die er braucht, um sich normal zu entwickeln.
„Dafür muss er vor allem weich sein“, betont Betz. Bevorzugte Modelle sollten daher zunächst auf ihre Flexibilität geprüft werden, zum Beispiel indem man sie drückt und knickt. Weiche, fußfreundliche Schuhe aus Naturmaterial wie weichem Leder, seien meistens eher teuer. Aber an der Stelle sollten Eltern auf keinen Fall sparen.
„Lieber einen guten, teureren Schuh als viele billige.“ Bei harten Sohlen und unnachgiebigen Schäften könne der Kinderfuß sich nicht ausreichend bewegen. Gute gebrauchte Schuhe könnten eine Alternative sein, wenn man nicht so viel Geld ausgeben kann, sagt Betz – „vorausgesetzt, sie befinden sich in einem guten Zustand und die Sohle ist nicht abgelaufen.“
Beim Kauf sollten die Kinderfüße jedes Mal vermessen werden, empfiehlt der Experte. „Der Schuh selbst soll ungefähr einen Fingerbreit zu lang sein, um den Zehen Platz zu schenken.“
