Eine Studie in Berlin zeigt: Wenn die Menschen ihr Auto stehen lassen, steigen sie nicht zwangsläufig auf Bus und Bahn um – sondern gehen zu Fuß. Das hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Die Ergebnisse der Forscher der Technischen Universität Dresden gelten vor allem für die Großstadt. Dennoch: Zu Fuß gehen ist die Nummer eins unter den Fortbewegungsarten.
Laut der Studie für die Berliner Senatsverwaltung für Verkehr sank von 2013 bis 2023 der Anteil des sogenannten motorisierten Individualverkehrs (vor allem Autos) von 30 auf 22 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Menschen, die zu Fuß gehen, von 31 auf 34 Prozent.
Kaum Veränderungen gibt es beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), 2023 machte er unverändert 26 Prozent aus. Der Fahrradverkehr stieg im Vergleichszeitraum von 13 auf 18 Prozent, zuletzt aber nicht mehr so stark. Dagegen legt der Fußverkehr weiter zu.
Einstellung der Menschen zu Mobilität
Wenn man die Menschen fragt, welche Mobilitätsform sie am liebsten mögen, steht das Zufußgehen ebenfalls auf Platz 1:
- 87% der Befragten stimmen zu oder sogar „voll und ganz“ zu, dass sie „gern zu Fuß gehen“
- 71% fahren gern ÖPNV
- 66% fahren gern Rad
- 54% fahren gern Auto
(Die Ergebnisse sind Teil der deutschlandweiten Studie „Mobilität in Städten“ der TU Dresden; hier nur die Ergebnisse für Berlin)
Zufußgehen – so simpel es klingt – zählt zu den effektivsten und nachhaltigsten Bewegungsformen, die der Mensch nutzen kann. Schon regelmäßiges Gehen über kurze Strecken kann körperlich und mental spürbare Vorteile bringen. Hier sind die wichtigsten positiven gesundheitlichen Effekte:
- Regelmäßiges Gehen senkt Blutdruck und Cholesterin, verbessert die Durchblutung und reduziert das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Zufußgehen baut Stresshormone wie Cortisol ab und fördert die Ausschüttung von Endorphinen – das wirkt stimmungsaufhellend.
- Gehen ist eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Kalorienverbrennung – und es senkt durch Bewegung den Appetit.
- Gehen fördert die Knochendichte und kann Osteoporose vorbeugen – ohne Gelenke zu stark zu belasten (wie etwa Joggen).
- Wer sich tagsüber bewegt, schläft abends oft schneller ein und tiefer – Gehen hilft, den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus zu stabilisieren.
Schon der erste Schritt tut dem Körper gut. Er bewirkt eine leichte Rotation zwischen Schulterachse und Becken, massiert die Bandscheiben und aktiviert die Tiefenmuskulatur. Wer 10 Minuten geht, verbrennt etwa 50 Kilokalorien.
