Ein frisch geduschter Körper, ein flauschiges Handtuch – und doch ein Risiko: Wer sich beim Abtrocknen nicht an bestimmte Hygieneregeln hält, kann unbemerkt Bakterien und Pilze verteilen. Besonders die Füße spielen dabei eine zentrale Rolle, denn sie sind ein idealer Nährboden für Keime. Hygieneexperten empfehlen deshalb: Für verschiedene Körperbereiche sollten auch verschiedene Handtücher verwendet werden.

Feuchte Tücher: Brutstätte für Keime
Ein feuchtes, schlecht belüftetes Handtuch ist ein idealer Ort für Mikroorganismen. Bleibt es nach dem Duschen stundenlang zusammengefaltet im Badezimmer hängen, können sich Bakterien, Hefepilze oder Schimmelsporen ungehindert vermehren. Je nach Material und Nutzung kann die Keimbelastung eines feuchten Handtuchs bereits nach 24 Stunden erheblich steigen – selbst dann, wenn es nur von einer Person verwendet wird.
Die warme, feuchte Umgebung eines Badezimmers verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Besonders problematisch wird es, wenn das Handtuch mehrere Tage verwendet wird, ohne richtig zu trocknen oder ausgetauscht zu werden.
Fußpilz: Gefahr durch unsichtbare Sporen
Beim Duschen oder Baden werden auch Hautschuppen und Pilzsporen abgespült – darunter können auch krankmachende Keime wie der Erreger des Fußpilzes (Tinea pedis) sein. Trocknet man sich anschließend mit demselben Handtuch ab, gelangen diese Sporen vom Fuß auf andere Hautpartien. Wer sich anschließend das Gesicht oder den Rücken mit demselben Tuch abtrocknet, verteilt die Keime ungewollt weiter. Besonders bei empfindlicher oder vorgeschädigter Haut kann das gesundheitliche Folgen haben.
„Ein separates Fußhandtuch ist eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden“, erklärt der Hygieneexperte Achim Wiehle. So lässt sich verhindern, dass Pilzsporen oder Bakterien von einer Körperregion zur nächsten übertragen werden.
Richtiges Handtuchmanagement
Für eine gute Hygiene im Alltag empfehlen Experten, drei klare Grundregeln einzuhalten:
- Separate Tücher für verschiedene Körperzonen: Ideal sind unterschiedliche Tücher für Hände, Gesicht, Körper und Füße.
- Regelmäßiger Wechsel: Handtücher sollten je nach Nutzung alle zwei bis drei Tage, bei Fuß- oder Gesichtstüchern sogar täglich gewechselt werden – besonders in Gemeinschaftshaushalten oder bei Hautproblemen.
- Heiß waschen: Nur bei mindestens 60 Grad Celsius lassen sich Pilzsporen, Keime und Bakterien zuverlässig abtöten. Hygienespüler können zusätzlich verwendet werden, insbesondere bei niedrigeren Temperaturen oder empfindlichen Stoffen.
Trocknen ist entscheidend
Nach der Nutzung sollten Handtücher möglichst luftig aufgehängt werden – idealerweise ausgebreitet auf einem Haken oder einer Leine, nicht über der Duschstange geknüllt. Auch ein beheizter Handtuchhalter oder ein gut gelüftetes Badezimmer helfen, die Tücher schneller zu trocknen und damit die Keimvermehrung zu begrenzen. In engen Wohnungen ohne Fenster im Bad kann ein kleiner Ventilator oder eine Zeitschaltuhr für das Lüftungssystem sinnvoll sein.
Hygiene fängt bei kleinen Dingen an
Was oft wie eine nebensächliche Gewohnheit erscheint, kann bei näherem Hinsehen entscheidend für die Gesundheit sein. Gerade bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Diabetes oder empfindlicher Haut kann die richtige Handtuchhygiene einen Unterschied machen. Auch in Haushalten mit mehreren Personen – insbesondere Kindern – lohnt sich der Einsatz mehrerer, farblich gekennzeichneter Tücher für verschiedene Körperregionen.
Trennung schützt
Ein Handtuch ist ein Gebrauchsgegenstand – aber auch ein möglicher Überträger von Keimen. Wer seine Füße mit einem separaten Tuch abtrocknet und beim Waschen sowie Trocknen auf Hygiene achtet, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere im Haushalt. Gerade im Sommer, wenn barfuß laufen und Schwitzen das Risiko für Fußpilz zusätzlich erhöhen, sollte die Handtuchhygiene einen festen Platz im Alltag haben.
