Königin Silvia (81) unterzieht sich Fuß-OP: Hallux Valgus im Alter

Königin Silvia von Schweden hat sich mit 81 Jahren einer Fußoperation unterzogen – wegen Hallux Valgus, einer Fehlstellung, die gerade im höheren Lebensalter weit verbreitet ist. Was bedeutet das für Betroffene?

Hallux Valgus – auch „Ballenzeh“ genannt – ist die häufigste Fehlstellung des Vorfußes. Dabei verschiebt sich der erste Mittelfußknochen nach innen, während der Großzeh zunehmend nach außen abweicht und sich in Richtung der benachbarten Zehen drängt. Am Fußinnenrand entsteht ein auffälliger, oft schmerzhafter Knochenvorsprung. In ausgeprägten Fällen kommt es zu Druckstellen, Fehlbelastungen und Problemen beim Gehen.

Besonders betroffen sind ältere Frauen – wie im Fall der schwedischen Königin. In der Altersgruppe über 65 sind laut Studien mehr als 35 Prozent der Frauen und rund 20 Prozent der Männer von Hallux Valgus betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit. Ursache ist meist eine Kombination aus Veranlagung, Lebensstil und altersbedingter Bindegewebsschwäche.

Warum entsteht Hallux Valgus im Alter?

Im Laufe des Lebens verändert sich die Struktur des Fußes. Bänder, Sehnen und Muskulatur verlieren an Spannkraft, das Quergewölbe des Vorfußes senkt sich ab – eine sogenannte Spreizfußstellung entsteht. Diese begünstigt die Fehlstellung des Großzehs. Zudem verstärken sich die Symptome durch jahrelanges Tragen enger oder ungeeigneter Schuhe, vor allem bei Frauen.

Auch hormonelle Veränderungen im Alter, etwa nach der Menopause, wirken sich auf das Bindegewebe aus. Wer ohnehin zu schwachem Halteapparat neigt oder familiär vorbelastet ist, entwickelt oft über Jahrzehnte hinweg eine zunehmende Fehlstellung. Kommen Arthrose oder Osteoporose hinzu, steigt das Risiko zusätzlich.

Wann wird eine Operation notwendig?

Nicht jeder Hallux Valgus muss operiert werden. In leichten Fällen helfen orthopädische Einlagen, Zehenspreizer, spezielle Schuhe oder physiotherapeutische Übungen, um Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten zu verlangsamen. Doch wenn Schmerzen, Gehprobleme oder Entzündungen auftreten, ist eine Operation häufig unumgänglich.

Der Eingriff erfolgt meist ambulant oder kurzstationär und kann mit verschiedenen Operationsmethoden durchgeführt werden – je nach Ausprägung der Fehlstellung. Ziel ist es, die Zehenachse zu korrigieren, den Knochenvorsprung zu entfernen und die Fußstatik zu verbessern.

Im Fall von Königin Silvia wird laut Mitteilung des schwedischen Hofes von einer erfolgreichen Operation berichtet. Der Eingriff sei „planmäßig“ verlaufen, und die Monarchin erhole sich gut. Nach drei bis vier Wochen soll sie wieder offizielle Termine wahrnehmen.

Ist eine Operation im hohen Alter riskant?

Eine Fußoperation bei einem Menschen über 80 Jahren ist kein Routineeingriff – aber in der Regel gut durchführbar, wenn der Gesundheitszustand es erlaubt. Entscheidend ist, ob Vorerkrankungen, Kreislaufbelastungen oder Heilungsstörungen vorliegen.

Gerade bei Senioren mit Diabetes, eingeschränkter Durchblutung oder Osteoporose muss sorgfältig abgewogen werden. Auch die Nachsorge spielt eine zentrale Rolle: Mobilitätseinschränkungen, Sturzrisiken oder eine verzögerte Wundheilung können im Alter größere Auswirkungen haben als bei Jüngeren.

Dennoch gilt: Viele ältere Patienten profitieren von dem Eingriff – sie können nach erfolgreicher Operation wieder schmerzfrei gehen, ihre Mobilität verbessern und damit auch das Risiko für Stürze oder Folgeerkrankungen senken.

Die gebürtige Heidelbergerin Silvia Sommerlath ist seit ihrer Heirat mit König Carl Gustaf im Jahr 1976 Königin von Schweden.