Kaum steigen die Temperaturen, sind sie wieder überall zu sehen: Flip-Flops. Die luftigen Zehentrenner gelten als Inbegriff des Sommers – bequem, schnell angezogen, herrlich unkompliziert. Doch aus orthopädischer Sicht sind die Schlappen alles andere als unproblematisch. Warum der Freizeitliebling unseren Füßen auf Dauer schaden kann – und wie man es besser macht.

Das Problem liegt in der Bauweise
Flip-Flops bestehen meist aus dünnem Schaumstoff oder Gummi, haben keine Fersenkappe, kein Fußbett, keine Dämpfung und nur einen Zehensteg als Halt. Das hat mehrere Folgen:
- Kaum Stabilität: Der Fuß wird nicht geführt, das Risiko für Umknicken oder Stolpern steigt.
- Verkrampfte Zehen: Um den Schuh am Fuß zu halten, müssen die Zehen bei jedem Schritt krallen – das führt auf Dauer zu Verspannungen und kann Fehlstellungen fördern.
- Keine Stoßdämpfung: Jeder Schritt auf hartem Untergrund belastet Gelenke, Sehnen und Fersen, weil die Sohle kaum abfedert.
- Flacher Gangstil: Die natürliche Abrollbewegung wird gestört, was sich auf Knie, Hüfte und Rücken auswirken kann.
Gerade bei längeren Strecken oder auf hartem Boden werden die Defizite spürbar – viele merken das an brennenden Fußsohlen, schmerzenden Fersen oder müden Waden.
Was sagen Orthopäden?
Fachleute raten klar davon ab, Flip-Flops regelmäßig oder über längere Zeit zu tragen. Vor allem bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit Fußfehlstellungen kann das auf Dauer zu ernsthaften Problemen führen:
- Plattfuß oder Spreizfuß werden begünstigt
- Fersensporn oder Reizungen der Plantarfaszie können sich entwickeln
- Achillessehnenprobleme durch unnatürlichen Gang
- Zehenfehlstellungen durch ständiges Festkrallen
Zudem fehlt bei Flip-Flops der Schutz: Schon kleine Stöße, scharfe Kanten oder heißer Asphalt können Verletzungen oder Verbrennungen verursachen.
Wann sind Flip-Flops unbedenklich?
Ganz verteufeln muss man sie nicht. Für kurze Wege – etwa im Schwimmbad, am Strand oder in der Dusche – sind Flip-Flops praktisch. Sie halten die Füße trocken und schützen vor Pilzen auf nassem Untergrund. Auch als Hausschuh-Alternative bei Hitze sind sie ok – sofern man nicht den ganzen Tag darin läuft.
Wichtig ist:
- Nur kurzzeitig und gezielt tragen
- Auf gute Verarbeitung und weiches Material achten
- Nicht zum Wandern, Stadtbummel oder Autofahren geeignet
Welche Alternativen sind gesünder?
Wer den offenen, luftigen Stil mag, muss nicht ganz verzichten – es gibt deutlich fußfreundlichere Alternativen:
- Sandalen mit Riemen über Spann und Ferse geben Halt und verhindern das „Krallen“
- Pantoletten mit anatomischem Fußbett stützen das Längs- und Quergewölbe
- Barfußschuhe für ein natürliches Laufgefühl bei gleichzeitigem Schutz
- Zehensandalen mit ergonomischer Sohle, z. B. mit Kork-Latex-Fußbett
Auch für den Sommer gilt: Ein Schuh sollte dämpfen, stützen und führen, ohne den Fuß einzuengen.
Flip-Flops sind zwar bequem, aber aus orthopädischer Sicht ein Risikomodell. Sie bieten zu wenig Halt, fördern Fehlbelastungen und eignen sich nicht für längeres Gehen. Wer seine Füße liebt, trägt sie nur gelegentlich – oder greift gleich zu einer gesünderen Sommeralternative.
