Diabetes mellitus, bekannt als Zuckerkrankheit, gilt als Stoffwechselerkrankung, die zu einem chronisch erhöhten Blutzuckerwert führt. Laut Bundesgesundheitsministerium leiden aktuell rund 7,2 Prozent der Erwachsenen daran. Für Betroffene bedeutet diese Krankheit nicht nur, eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil einzuhalten, sondern auch Symptome ihres Körpers genau im Blick zu behalten.

Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel, auch Hyperglykämie genannt, durch Nervenschäden und Durchblutungsstörungen kann es bei vielen Menschen zu schweren Folgeerkrankungen kommen, wie das diabetische Fußsyndrom, kurz DFS.
Für Diabetiker besteht lebenslang ein Risiko von etwa 25 Prozent, an diesem Symptom zu erkranken. Erfolgt die Behandlung zu spät, kann nicht nur eine Ausbreitung weiterer Infektionen in andere Körperbereiche drohen, sondern auch eine operative Entfernung der entsprechenden Region. Jährlich werden noch immer rund 50.000 Amputationen in Deutschland vorgenommen.
Verschiedene Faktoren führen zu DFS
Beim Diabetes mellitus gilt es, zwei Typen zu unterscheiden. Der Typ 1-Diabetes betrifft rund 3 bis 5 Prozent der Patienten. Er entsteht häufig im Kindes- und Jugendalter, wenn durch einen Autoimmunprozess die Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Weitaus häufiger tritt der Typ 2 auf. Zu den Risikofaktoren gehören Übergewicht, Bewegungsmangel oder auch Vererbung. Diabetes mellitus Typ 2 kann schon über Jahre im Körper wüten, ohne dass man es wahrnimmt. Nicht selten ist die Krankheit schon fortgeschritten, wenn sie erste Symptome zeigt.
Häufig leiden Diabetiker aufgrund des erhöhten Blutzuckerspiegels an Nervenschädigungen oder Sensibilitätsstörungen. Typischerweise tritt diese Nervenschädigung zuerst an den Füßen auf und steigt in der Regel symmetrisch auf. Durch die schlechte Blutversorgung, auch als Ischämie bezeichnet, werden die Füße immer schlechter mit Nährstoffen versorgt. Erste Symptome können deshalb rissige, trockene und warme Haut sein.
Verletzungen nicht bemerkt
Die Füße neigen zu vermehrter Hornhautbildung, schmerzen oft in der Nacht und auch die Schweißproduktion ist beeinträchtigt. Dadurch sind die Füße auch anfälliger für Verletzungen, welche wiederum durch die mangelhafte Durchblutung schlechter abheilen können.
Die eingeschränkte Nervenempfindlichkeit hat zudem erhebliche Komplikationen wie Fehlstellungen, ungleichmäßige Hornhautbildung oder Druckstellungen zur Folge. Die Schädigung der Nerven führen dazu, dass Betroffene ein vermindertes Schmerzempfinden haben, Verletzungen somit häufiger nicht rechtzeitig bemerken und den Fuß weiter belasten. Die Wunde wird dadurch immer tiefer und größer. Teilweise entstehen chronische Verletzungen, denen Ärzte im äußersten Falle nur noch mit Amputation entegegen wirken können.
Frühzeitige Diagnose
Gleichzeitig leiden Diabetiker an einer beeinträchtigten Immunabwehr, sodass auch leichte Verletzungen zum Teil zu schweren Erkrankungen führen können (zum Beispiel zu Geschwüren). Daher gelten eine frühzeitige Diagnose und ein professionelles Wundmanagement als entscheidend.
Für die Druckentlastung nutzen Experten Hilfsmittel wie Verbandsschuhe, Filzverbände oder Orthesen. Bei bestehenden Entzündungen des Wundbereichs kommen meist Antibiotika zum Einsatz. Allerdings ist zunächst eine ausreichende Durchblutung des Fußes ausschlaggebend, da nur so alle wichtigen Stoffe, die zur Wundheilung beitragen, zum Fuß gelangen können – wie eben auch das Antibiotikum.
