Ballerinas am Fuß immer unbeliebter

Ballerinas galten einige Jahre als feste Schuh-Größe, sind aber im Alltagsbild zwischenzeitlich weniger präsent. Warum hat sich der Trend gewendet? Liegt es nur an der Mode – oder sind die flachen Schuhe auch gesundheitlich problematisch?

Ballerinas verschwinden immer mehr aus dem Stadtbild (Foto: Erica Viana/Unplash)

Warum Ballerinas an Beliebtheit verloren haben

Ballerinas gelten als weniger geeignet für den Alltag, weil sie oft wenig Halt bieten, Füße schwitzen lassen und schnell unbequem werden, besonders bei langen Tragezeiten. Viele Menschen, gerade die jüngere Generation, bevorzugen mittlerweile Sneaker, da sie diese bequemer und praktischer finden.

​Die klassischen Ballerina-Designs, wie Nude-Töne und Schleifen, wirken inzwischen als „veraltet“ und wenig aufregend. Die Mode verlangt nach neuen Farben, auffälligen Details und modernen Akzenten.​ Im Zuge des Trends zu „Baggy“- und maskulinen Styles werden femininere Schuhformen wie Ballerinas seltener gewählt, weil sie zu diesen Outfits weniger passen.

Ein weiterer Grund für den Imageverlust: Komfort und Gesundheit sind bei Ballerinas oft nicht gegeben. Die Zeiten, in denen Frauen Mode über Funktion stellten, sind zunehmend vorbei – besonders beim Schuhwerk.

Was macht Ballerinas problematisch für die Füße?

Orthopäden sind sich einig: Die klassische Ballerina, wie sie häufig in Modeketten verkauft wird, ist aus medizinischer Sicht bedenklich. Typische Schwachpunkte sind:

  • Flache, dünne Sohle ohne Dämpfung: Jeder Schritt belastet Fersen und Gelenke direkt
  • Fehlende Stützung des Fußgewölbes: Besonders kritisch bei Spreizfüßen oder Plattfüßen
  • Kaum Halt im Schuh: Rutschende Ferse, instabile Seiten – der Fuß arbeitet ständig gegen
  • Druckstellen an der Ferse oder den Zehen, oft durch harte Nähte oder enge Schnittform
  • Ungeeignet für langes Gehen oder Stehen

Besonders bei Menschen mit Fußfehlstellungen, Knieproblemen oder Rückenschmerzen können Ballerinas Beschwerden verstärken.

Was ist der Unterschied zu „Flats“?

Im Alltag werden „Ballerinas“ und „Flats“ oft synonym verwendet. Tatsächlich bezeichnet „Flats“ aber die ganze Gruppe flacher Schuhe – darunter fallen auch:

  • Loafer
  • Slipper
  • Mary Janes
  • Flache Sandalen

„Ballerinas“ sind eine spezielle Form dieser Flats: rund geschnitten, schmal, oft mit Schleifchen und typischer Ballett-Optik. Sie haben meist keine Schnallen, Riemen oder Schnürung, was sie besonders rutschanfällig macht.

Gibt es gesunde Ballerinas?

Nicht alle Ballerinas sind per se schlecht. Es gibt inzwischen Modelle, die modisches Design mit orthopädischer Funktion kombinieren. Achte beim Kauf auf:

  • Leicht gepolsterte, flexible Sohle mit Rutschhemmung
  • Anatomisch geformtes Fußbett mit leichter Unterstützung des Längsgewölbes
  • Fersenhalt durch Riemchen oder breitere Passform
  • Atmungsaktive Materialien und weiche Innenverarbeitung
  • Ausreichend Zehenfreiheit – keine spitzen Kappen!

Marken wie Gabor, Ecco, Ara, Legero, Think! oder BÄR bieten Ballerinas, die auf Bequemlichkeit und Fußgesundheit ausgerichtet sind.

Für wen sind Ballerinas geeignet?

  • Für Menschen mit normaler Fußform und gutem Gangbild, die sie nicht täglich und nicht über Stunden tragen
  • Als Wechselschuh im Büro oder für kurze Wege
  • Mit Einlage, wenn das Modell ein herausnehmbares Fußbett bietet
  • Nicht empfehlenswert bei Hallux valgus, Fersensporn oder chronischen Knieproblemen

Fazit: Hübsch, aber mit Vorsicht genießen

Ballerinas sind modisch nicht verschwunden – sie haben sich nur verändert. Wer Wert auf gesunde Füße legt, sollte klassische Billig-Ballerinas meiden und lieber auf Modelle mit Fußbett, Dämpfung und Halt setzen. Dann können sie durchaus alltagstauglich sein – allerdings nie als alleinige Schuhwahl.