Der Fuß besteht aus vielen kleinen und großen Knochen. Verschiedene Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße sorgen dafür, dass die Füße zugleich stabil und beweglich sind. Das macht sie widerstandsfähig. Wenn eines dieser komplexen und kleinteiligen Systeme beschädigt oder beeinträchtigt ist, etwa durch eine Verletzung oder Erkrankung, äußert sich das durch Fußschmerzen.

Ursachen für Fußschmerzen

Es kann immer passieren, dass die Bänder, Sehnen und Muskeln im Fuß fehlbelastet werden, etwa durch falsches Schuhwerk. Bei zu engen Schuhen entstehen oft auch Druckstellen und Blasen, die sich ebenfalls durch Schmerzen äußern.

Bei dauerhafter Fehlbelastung gibt das Fußgewölbe nach, der vordere Fuß wird auseinandergedrückt, die Zehen verformen sich, weil die Sehne sich verschoben hat. Der Zeh drückt dann auf die kleineren Zehen, das schmerzt beim Gehen.

Eine häufige Ursache bei Sportlern ist auch die sogenannte Plantarfasziitis: Wenn die Füße beim Abrollen zu stark nach innen knicken, kann das eine Entzündung der Sehne an der Fußsohle zur Folge haben. 

Auch in einer verkürzten Achillessehne kann der Grund für Fußschmerzen zu finden sein. 

Fußschmerzen können viele Ursachen haben:

Verletzungen:

  • Verstauchung des Fußes
  • Bänderverletzungen (z.B. Außenbandriss)
  • Fußgelenkverletzungen (z.B. Gelenkausrenkung, Luxation)
  • Muskelverspannungen, Muskelschmerzen und Muskelverletzungen
  • Sehnenverletzungen (z.B. Achillessehnenriss)
  • Knochenbrüche (z.B. Sprunggelenksbrüche)
  • Knochenschwellung

Entzündungen:

  • Gelenkentzündung (Arthritis)
  • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
  • Knochenhautentzündung (Periostitis)
  • Fußwurzelarthrose
  • Sprunggelenksarthrose

Fußdeformitäten:

  • angeborener Plattfuß
  • Hackenfuß
  • Hammer- und Krallenzehen
  • Hohlfuß
  • Hallux valgus (Ballengroßzehe)
  • Sichelfuß
  • Spitzfuß
  • Spreizfuß
  • Knick-Senkfuß
  • Klumpfuß

Darüber hinaus kommen noch weitere Ursachen infrage, die zum Beispiel Nerven, Knochen, Haut und Gelenke betreffen:

  • Gichtanfall (v.a. der große Zeh ist betroffen)
  • Gelenkverschleiß (Arthrose, etwa beim Hallux rigidus)
  • Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis)
  • Fersensporn (dornartige, verknöcherte Ausziehung an der Ferse)
  • Engpass-Syndrome wie das Tarsaltunnelsyndrom (Einengung des Schienbeinnervs mit Schmerzen und Gefühlsstörungen am Innenknöchel des Fußes)
  • Erkrankungen des Nervensystems mit Nervenschäden (z.B. Polyneuropathie)
  • Hautkrankheiten im Fußbereich, z.B. Dornwarze oder Neurodermitis
  • Tumoren (z.B. Knochenkrebs)
  • Knochenschwund (Osteoporose)
  • Durchblutungsstörungen (z.B. Arteriosklerose, pAVK)
  • Blutgerinnsel (Thrombosen und Embolien)

Fußschmerzen: Wann zum Arzt?

Wenn die Schmerzen im Fuß stark sind oder über längere Zeit anhalten, ist ein Arztbesuch ratsam.

Mit Schmerzen, die den Gelenken, Sehnen, Muskeln oder Knochen im Fuß entspringen, sollte man eine Orthopädin oder einen Orthopäden aufsuchen. In jedem Fall hilft zunächst der Hausarzt, die Hausärztin. 

Um erste Hinweise auf die Ursachen der Fußschmerzen zu erhalten, wird die Ärztin oder der Arzt zunächst ein paar Fragen stellen, zum Beispiel:

  • Wo genau tut es weh und seit wann?
  • Gab es einen bestimmten Auslöser?
  • Wie genau fühlen sich die Schmerzen an (stechend, stumpf, brennend)?
  • Treten die Schmerzen nur bei Belastung auf oder auch in Ruhe?
  • Haben Sie noch weitere Beschwerden?
  • Haben Sie Vorerkrankungen (z.B. Arthrose)?

Anschließend untersucht die Ärztin oder der Arzt den betroffenen Fuß bzw. die Füße und führt verschiedene Bewegungstests durch. Er prüft zum Beispiel, ob das Gelenk geschwollen ist oder ob beispielsweise bestimmte Muskeln verkürzt sind.

Je nach vermuteter Ursache der Fußschmerzen können weitere Untersuchungen notwendig sein, etwa:

  • eine Röntgenuntersuchung,
  • eine Untersuchung mit dem Kernspintomographen (MRT),
  • Blutuntersuchungen (z.B. auf Entzündungswerte),
  • eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie),
  • Untersuchungen auf Nervenerkrankungen oder -schäden (z.B. Elektroneurographie, EMG),
  • eine Gelenkspiegelung und/oder
  • eine Gelenkpunktion bei Gelenkerguss.

Fußschmerzen: Behandlung

Was bei Fußschmerzen hilft, hängt von der Ursache ab. Akute Fußschmerzen nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung verschwinden oft von allein. Hierbei ist es empfehlenswert, den Füßen – wenn möglich – auch tagsüber immer wieder eine Auszeit zu gönnen.

Je nach Ursache kann es notwendig sein, den schmerzenden Fuß ruhig zu stellen und zu stützen, um den Heilungsprozess nicht zu beeinträchtigen. Dazu kann die Ärztin oder der Arzt etwa folgende Hilfsmittel verordnen:

  • Bandage
  • Salbenverband
  • Gehhilfen
  • Gipsschiene
  • Gipsverband

Manchmal ist es bei Fußschmerzen aber auch wichtiger, dass er beweglich bleibt. Auch ob Wärme oder Kühlung die Schmerzen lindern können, ist je nach Ursache unterschiedlich.

In bestimmten Fällen kann auch eine Operation nötig sein, um die Fußschmerzen zu lindern. Ein Fersensporn zum Beispiel wird häufig operativ entfernt, wenn er starke Beschwerden verursacht. Auch ein eingeklemmter Nerv lässt sich oft durch eine OP „befreien“. Bei Schmerzen im Fußgelenk helfen mitunter Gelenkinjektionen und Gelenkspülungen mit lokalen Betäubungsmitteln oder Kortison.

Darüber hinaus können bei Fußschmerzen weitere Maßnahmen sinnvoll sein:

  • Krankengymnastik (Physiotherapie)
  • Wärmebehandlung und Kältebehandlung
  • Muskeltraining (Kräftigung und Dehnung)
  • Bewegung und „gelenkfreundliche“ Sportarten (wie Schwimmen)
  • Wasser- und Bädertherapie
  • Elektrotherapie und Ultraschalltherapie
  • orthopädische Hilfsmittel (z.B. Fersenkissen bei Fersensporn)

Bis die Ursache beseitigt ist, können Medikamente die Schmerzen lindern. Zur Verfügung stehen etwa entzündungshemmende Mittel wie Acetylsalicylsäure oder Diclofenac, die es vorwiegend als Tabletten oder Salben gibt.

BITTE BEACHTEN SIE, DASS UNSERE ANGABEN TROTZ GRÖSSTER BEMÜHUNGEN EINEN FACHLICHEN MEDIZINISCHEN RAT DURCH EINEN ARZT GENERELL NICHT ERSETZEN KÖNNEN.