Ein Mensch in Sportschuhen geht eine Steintreppe hinauf
Hobbyläufer: Überlastung vermeiden (Foto: Bruno Nascimento/Unsplash)

Wenn die Achillessehne schmerzt, sollte man schnell reagieren. Die Dauer einer Achillessehnenentzündung ist nicht zu unterschätzen. Lesen Sie hier, welche Ursachen dahinter stehen und welche Behandlungsmethoden helfen.

Die Achillessehne befindet sich etwa in der Mitte des Unterschenkels und endet am Fersenbein. Betroffene verspüren zunächst ein leichtes Zwicken in der Sehne.

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Sie ist die stärkste und dickste Sehne des Menschen und hält Belastungen bis zu 800 Kilo aus. Allerdings reagiert sie empfindlich bei Überbelastung. Deshalb leiden vor allem Sportler unter Achillessehnenproblemen wie einer Achillodynie (ein Schmerzsyndrom) oder einer Achillessehnenentzündung. Schmerzen und Beschwerden können auch durch eine Fehlbelastung beim Gehen und falsches Schuhwerk entstehen.

Symptome bei Achillodynie und Achillessehnenentzündung

Eine Achillessehnenentzündung entwickelt sich meist schleichend. Nach zunächst leichten Beschwerden, einem „Ziehen“ oder „Zwacken“, treten zunehmend Schmerzen auf, vor allem nach einer längeren Ruhephase.

Deshalb spüren Betroffene vor allem morgens nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen bei den ersten Schritten Schmerzen. Nach etwas Bewegung vergehen diese wieder.

Im weiteren Verlauf einer Achillessehnenentzündung nehmen die Symptome in der Achillessehne so weit zu, bis die Schmerzen auch in Ruhephasen oder nachts auftreten können.

Eine Achillessehnenentzündung können Sie oft nicht nur spüren, sondern auch sehen. Die Achillessehne ist geschwollen, gerötet und ungewöhnlich warm. Fahren Betroffene mit dem Daumen und Zeigefinger an der Sehne entlang, können sie manchmal auch einen „reibenden Widerstand“ oder kleine Knötchen spüren.

Wenn sie die anfänglichen Schmerzen in der Achillessehnenentzündung ignorieren und unverändert weitertrainieren, laufen sie Gefahr, eine langwierige Achillodynie zu entwickeln.

Was ist Achillodynie?

Der Sammelbegriff Achillodynie bezeichnet allgemein kleinste Verletzungen (sog. Mikroverletzungen)
und weitere Veränderungen im Bereich der Achillessehne. Anfangs ist bei einer Achillodynie häufig das Sehnengleitgewebe entzündet und verursacht durch Verklebungen mit der Achillessehne stechende Schmerzen. Beispiel Peritendinitis: Dabei handelt es sich ausschließlich um eine Entzündung des Sehnengleitgewebes, die Achillessehne selbst ist gesund.
Bei einer Achillessehnenentzündung handelt es sich um eine Entzündung der Achillessehne selbst.

Ursachen für Achillodynie und Achillessehnenentzündung

In den meisten Fällen entstehen eine Achillessehnenentzündung und eine Achillodynie als Folge einer langandauernden Fehlbelastung oder Überlastung beim Sport.

Dabei kann es zu winzigen Verletzungen der Achillessehne kommen, die im weiteren Verlauf zu lokalen Entzündungen oder degenerativen Veränderungen des Gewebes führen.

Welche Ursachen genau für eine Achillessehnenentzündung beziehungsweise eine Achillodynie verantwortlich sind, konnten Sportwissenschaftler und Ärzte bislang nicht eindeutig klären.

Zu den Risikofaktoren zählen zum Beispiel:

  • Trainingsfehler (zu lange Laufstrecken, zu hohes Tempo)
  • unzureichende Regenerationsphasen zwischen den Trainingseinheiten
  • Vorerkrankungen, zum Beispiel an der Achillessehne
  • ungeeignete Sportschuhe
  • Fußfehlstellungen (beispielweise ein Senk-Spreizfuß)
  • unterschiedlich lange Beine
  • Stoffwechselstörungen (erhöhte Blutfette, erhöhtes Cholesterin)
  • das Geschlecht (Männer sind häufiger von einer Achillessehnenentzündung betroffen als Frauen)
  • eine verkürzte Wadenmuskulatur
  • Übergewicht

Die genannten Risikofaktoren können zwar allesamt mit einer Achillessehnenentzündung und einer Achillodynie in Verbindung gebracht werden, welche allerdings tatsächlich die Ursachen für die Beschwerden sind, muss der Arzt individuell abklären.

Eine Tendinose der Achillessehne tritt wesentlich häufiger auf als eine Achillessehnenentzündung. Die Tendinose ist ein übergeordneter Begriff für verschiedene Veränderungen der Sehne – meist infolge einer dauerhaften Überlastung.

Eine Tendinose beginnt meist damit, dass zunächst kleinste Verletzungen (sog. Mikrotraumata) auftreten. Können diese Mikroverletzungen an der Achillessehne nicht ausreichend ausheilen, entstehen nachfolgend größere Schäden.

Bei einer Tendinose treten Beschwerden meist nur unter Belastung auf. Im Alltag verursacht eine Tendinose in der Regel keine oder nur geringe Schmerzen.

So stellt der Arzt die Diagnose

Bei einer Achillessehnenentzündung oder einer Achillodynie beginnt die Diagnose meist mit der Krankengeschichte (Anamnese) des Betroffenen.

Der Arzt wird dabei einige Fragen zum Sportverhalten und zu den auftretenden Beschwerden stellen, wie zum Beispiel:

  • Seit wann treten in der Achillessehne Schmerzen auf?
  • Sind Vorschäden an der Achillessehne bekannt?
  • Wann sind die Schmerzen am stärksten?
  • Welche Sportarten betreiben Sie?
  • Wie oft treiben Sie Sport?
  • Verspüren Sie auch beim Sport Schmerzen in der Achillessehne?
  • Dehnen Sie sich regelmäßig?

Danach folgt die körperliche Untersuchung. Dabei tastet der Arzt die Achillessehne ab. Bei einer Achillessehnenentzündung lässt sich hierbei oft eine schmerzhafte Verdickung der Achillessehne oder kleine Knötchen feststellen.

Manchmal überprüft der Arzt, ob bestimmte Bewegungen des Fußes in der Achillessehne Schmerzen verursachen. Dazu bewegt er den Fuß erst passiv, dann muss der Patient den Fuß aktiv beugen und strecken. Bei einer Achillessehnenentzündung sowie einer Achillodynie treten vor allem dann Schmerzen in der Achillessehne auf, wenn der Patient die Fußspitze hebt.

Um herauszufinden, ob es sich bei den Beschwerden um eine Achillodynie oder eine Achillessehnenentzündung handelt, führen viele Ärzte eine Ultraschalluntersuchung durch.

Zur weiteren Diagnose kann der Arzt eine MRT-Untersuchung vornehmen. Mit einer MRT (Magnetresonanztomographie) lassen sich Entzündungen und Mikrorisse in der Achillessehne detailliert darstellen. Die MRT kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der Arzt eine Achillodynie hinter den Schmerzen vermutet.

Behandlung

Eine Achillessehnenentzündung erfolgreich zu behandeln, hängt davon ab, ob es sich bei den Beschwerden um eine Entzündung handelt oder ob bereits eine Achillodynie mit Veränderungen der Achillessehne vorliegt.

Unabhängig vom genauen Krankheitsbild ist es wichtig, dass der Arzt nicht nur die Schmerzen behandelt, sondern vor allem die Ursachen. Stecken Trainingsfehler hinter den Beschwerden, sollten Betroffene unbedingt ihr Training umstellen. Bei einer Fußfehlstellung, die eine übermäßige Belastung der Achillessehne mit sich bringt, kann eine orthopädische Einlage helfen.

Therapie bei einer Achillessehnenentzündung

Bei einer Achillessehnenentzündung erfolgt die Therapie in aller Regel konservativ – also unter anderem mit Bandagen, Einlagen, Übungen und Physiotherapie. Eine Operation ist nur in seltenen Fällen notwendig.

Orthopäden behandeln zum Teil mit hochenergetischer Stoßwellentherapie und lokaler Schmerztherapie.

Um eine Achillessehnenentzündung medikamentös zu behandeln, eignen sich nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR). Diese Medikamente wirken sowohl entzündungshemmend als auch schmerzlindernd und enthalten kein Kortison.

Sollte man mit einer Sportpause und entzündungshemmenden Medikamenten die Achillessehnenentzündung nicht in den Griff bekommen, können auch kortisonhaltige Salben oder in seltenen Fällen lokale Kortisoninjektionen helfen.

Therapie bei einer Achillodynie

Eine Achillodynie lässt sich mit speziellen Dehnübungen therapieren („exzentrisches Training“ der Achillessehne), die man selbstständig zu Hause durchführen kann.

Nur bei einer schweren Achillodynie und wenn konservative Methoden keine Schmerzlinderung verschaffen, kommt im Einzelfall eine Operation in Frage.

Verlauf und Komplikationen

Wenn Sie eine Achillessehnenentzündung zu spät erkennen und behandeln lassen, kann im weiteren Verlauf eine langwierige Achillodynie entstehen. Eine Achillodynie umfasst verschiedene Veränderungen der Achillessehne und des umliegenden Gewebes – zum Beispiel Mikrorisse und Neubildungen von Blutgefäßen sowie Nervenendigungen.

Bei einer Achillodynie dauert es oft mehrere Monate, bis Betroffene wieder schmerzfrei trainieren können.

Richtig vorbeugen

Einer Achillessehnenentzündung und einer Achillodynie können Sie am besten vorbeugen, indem Sie Fehl- und Überlastungen beim Sport vermeiden.

Viele Freizeitsportler machen den Fehler, dass sie im Training oft zu schnell laufen. Steigern Sie nur behutsam die Intensität Ihres Lauftrainings und geben Sie Ihrem Körper zwischen den Trainingseinheiten ausreichend Zeit zur Regeneration.

Kaufen Sie Laufschuhe nur nach ausgiebiger Beratung: Beim Laufen müssen die Achillessehnen oft ein Vielfaches des eigenen Körpergewichtes auf sich nehmen. Umso wichtiger ist es, dass Sie beim Laufen die richtigen Schuhe tragen.

Hören Sie auf Ihren Körper: Schmerzen in der Achillessehne sollten Sie als Warnsignal verstehen. Die Schmerzen deuten darauf hin, dass irgendetwas im Moment nicht stimmt.

BITTE BEACHTEN SIE, DASS UNSERE ANGABEN TROTZ GRÖSSTER BEMÜHUNGEN EINEN FACHLICHEN MEDIZINISCHEN RAT DURCH EINEN ARZT GENERELL NICHT ERSETZEN KÖNNEN.

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