
Ein falscher Tritt, eine ruckartige Bewegung – und plötzlich geht nichts mehr: Ein Sehnenriss im Fuß, medizinisch als Sehnenruptur bezeichnet, ist eine ernstzunehmende Verletzung, die mit heftigen Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit einhergeht.
Was passiert bei einer Sehnenruptur?
Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen und ermöglichen über Zugbewegungen die Bewegung der Gelenke. Im Fuß verlaufen zahlreiche Sehnen – darunter die Achillessehne, die Tibialis-posterior-Sehne, die Peronealsehnen, die Flexor- und Extensorensehnen der Zehen oder die Plantarfaszie an der Fußsohle. Kommt es zu einem plötzlichen Überlastungsreiz, einem starken Zug oder einer Einwirkung von außen, kann die Sehne teilweise oder vollständig reißen – je nach Vorschädigung und Belastung.
Symptome – wie äußert sich ein Sehnenriss im Fuß?
Die Symptome sind je nach Ort und Schweregrad der Ruptur unterschiedlich. Typisch sind:
- Plötzlicher, stechender Schmerz an der betroffenen Stelle
- Schwellung und Bluterguss
- Ein hörbares oder fühlbares „Schnappen“ beim Riss
- Bewegungseinschränkung oder Funktionsverlust (z. B. keine Zehenhebung mehr möglich)
- Druckschmerz entlang der Sehnenbahn
- Bei vollständigem Riss: typische Dellenbildung
Je nach Sehne können auch Instabilitätsgefühle oder Fehlstellungen auftreten, etwa ein nach außen kippender Fuß bei einer Peronealsehnenruptur.
Ursachen und Risikofaktoren
Ein Sehnenriss entsteht meist durch eine plötzliche Überlastung – typischerweise bei sportlicher Aktivität. Weitere Risikofaktoren sind:
- Chronische Sehnenentzündungen oder Degenerationen
- Vorschädigungen durch Überbelastung oder Fehlstellungen
- Schlecht sitzendes Schuhwerk
- Kortisoninjektionen oder bestimmte Antibiotika (z. B. Fluorchinolone)
- Alterungsprozesse, die die Sehnenelastizität reduzieren
- Übergewicht oder hohe Belastungen im Beruf (z. B. viel Stehen, Springen)
Die Achillessehne ist am häufigsten betroffen – sie gilt als die kräftigste, aber auch die verletzungsanfälligste Sehne im Körper.
Diagnose – wie wird ein Sehnenriss festgestellt?
Die Diagnose beginnt mit einer klinischen Untersuchung: Schwellung, Funktionsverlust, Druckschmerz, Bewegungstests und ggf. tastbare Dellen weisen auf eine Ruptur hin. Bildgebende Verfahren sichern die Diagnose:
- Ultraschall (Sonografie): Schnell und schmerzlos, ideal für oberflächliche Sehnen
- Magnetresonanztomografie (MRT): Zeigt auch Teilrisse, Entzündungen und Ödeme
- Röntgen: Zum Ausschluss begleitender knöcherner Verletzungen
Behandlung – konservativ oder operativ?
Ob operiert werden muss, hängt von der Art, Lokalisation und Ausprägung der Ruptur ab – sowie vom Alter und Aktivitätsniveau des Patienten.
Konservative Therapie:
- Ruhigstellung mit Schiene, Walker oder Spezialschuh
- Entlastung mit Unterarmgehstützen
- Kühlung, Hochlagerung, Schmerzmittel in der Akutphase
- Nach 1–2 Wochen Beginn der Physiotherapie
Geeignet bei Teilrissen, Vorschädigung oder wenn eine OP zu riskant wäre.
Operative Therapie:
- Naht der Sehne bei vollständigem Riss
- Bei degenerierten Sehnen: Verstärkung durch körpereigenes Sehnenmaterial (z. B. Sehnentransfer)
- Stationärer Aufenthalt, gefolgt von längerer Nachbehandlung
Die Nachsorge umfasst meist mehrere Wochen Ruhigstellung, gefolgt von einem individuell angepassten Rehabilitationsplan.
Rehabilitation und Alltag
Nach einem Sehnenriss ist Geduld gefragt. Die Heilung dauert:
- bei Teilrissen: ca. 6–8 Wochen
- bei vollständigen Rupturen: 8–12 Wochen oder länger
In dieser Zeit ist konsequente Physiotherapie entscheidend. Ziel ist es, Beweglichkeit, Kraft und Koordination wiederherzustellen – ohne das Gewebe zu überlasten.
Wichtig ist auch die Anpassung des Alltags: flaches, stabiles Schuhwerk, Vermeidung ruckartiger Bewegungen, eventuell eine temporäre Orthese oder Bandage. Sportliche Aktivitäten sollten frühestens nach Freigabe durch den Arzt wieder aufgenommen werden.
Vorbeugung – so schützt man die Sehnen
- Gezieltes Kraft- und Dehnungstraining der Unterschenkel- und Fußmuskulatur
- Ausgewogenes Training mit Regenerationsphasen
- Schonender Wiedereinstieg nach Verletzungen
- Aufwärmen und Mobilisieren vor Belastung
- Orthopädische Abklärung bei chronischen Fußproblemen
- Gutes Schuhwerk mit passender Dämpfung und Stabilität
Wer seine Füße regelmäßig trainiert, Fehlstellungen früh erkennt und bei Schmerzen nicht zu lange wartet, senkt das Risiko erheblich.
Ein Sehnenriss im Fuß ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann die Mobilität über Wochen bis Monate stark einschränken. Mit einer gezielten Diagnostik, angepasster Therapie und professioneller Nachsorge lassen sich jedoch gute Heilungschancen erzielen. Wer auf seinen Körper hört und vorbeugt, schützt seine Sehnen langfristig – und bleibt in Bewegung.
BITTE BEACHTEN SIE, DASS UNSERE ANGABEN TROTZ GRÖSSTER BEMÜHUNGEN EINEN FACHLICHEN MEDIZINISCHEN RAT DURCH EINEN ARZT GENERELL NICHT ERSETZEN KÖNNEN.
Quellen/Mit Material von:
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