Schweißfüße – Ein offenes Gespräch über ein verbreitetes Problem

Kaum jemand spricht gerne darüber, obwohl fast jeder schon einmal mit ihnen zu kämpfen hatte, besonders im Sommer: Schweißfüße. Der unangenehme Geruch kann für Betroffene zu einem sozialen Problem werden. Doch nicht immer ist die Wärme schuld an übermäßigem Schwitzen. Eine sogenannte Hyperhidrose kann ebenfalls die Ursache sein.

Entgegen einer verbreiteten Meinung haben Menschen, die stark schwitzen, nichts Unhygienisches an sich. Der Schweiß beginnt erst zu riechen, wenn er längere Zeit nicht entfernt wurde. Übermäßiges Schwitzen kann jedoch auf ein Krankheitsbild hinweisen, wie eine Hormonstörung oder eine angeborene Hyperhidrose.

Um Schweißfüßen vorzubeugen oder entgegenzuwirken, können einige Maßnahmen ergriffen werden.

Tipps gegen Schweißfüße

  1. Richtige Fußhygiene: Tägliches Waschen der Füße mit antiseptischer Seife und Wasser ist wichtig. Die sorgfältige Trocknung, auch zwischen den Zehenzwischenräumen, sollte nicht vernachlässigt werden.
  2. Passendes Schuhwerk: Gut sitzende Schuhe aus natürlichen Materialien wie Leder sind ratsam. Auf Synthetik sollte verzichtet werden. Auch Baumwollsocken und das Tragen von Socken in geschlossenen Schuhen sind empfehlenswert. Im Sommer können dünne Füßlinge oder offene Schuhe eine gute Wahl sein. Schuhe sollten nach dem Tragen ausgiebig gelüftet werden.
  3. Sportliche Betätigung: Regelmäßiger Sport kann langfristig die Schweißproduktion verringern. Die Wahl der Sportart ist dabei individuell.
  4. Hausmittel nutzen: Ein gesunder Lebensstil mit wenig Alkohol, Nikotin und Kaffee sowie frischen Zutaten in der Ernährung kann helfen. Fußbäder mit Salbei oder Rosenholz, spezielle Fußpuder oder Einlegesohlen mit Zimtgeruch können unterstützend wirken.
  5. Medikamentöse Therapie: Bei krankheitsbedingtem übermäßigem Schwitzen können Medikamente wie Aluminiumsalze in Form von Gel oder Salben erwogen werden. Weitere Optionen sind Tabletten oder die Behandlung mit schwachem Strom.

Schwitzen an sich ist ein natürlicher Schutzmechanismus, der vor Überhitzung schützt. Jeder Fuß schwitzt, und Schweißfüße sind erst dann krankhaft, wenn pro Fuß mehr als 50 Milligramm Schweiß in der Minute abgesondert werden.

Hyperhidrose Plantaris – Ursachen und Symptome

Die medizinische Bezeichnung für Schweißfüße lautet „Hyperhidrose Plantaris“. Diese tritt oft zusammen mit übermäßigem Schwitzen an den Händen und Achseln auf. Schweißfüße sind die häufigste Form der Hyperhidrose. Neben der auffällig erhöhten Schweißbildung äußern sich Schweißfüße durch starken Fußgeruch und erhöhen das Risiko für Fußpilz.

Schweiß an sich führt nicht sofort zu Fußgeruch. Bakterien auf der Haut zersetzen den Schweiß und produzieren Buttersäure, die den unangenehmen Geruch verursacht. Zu enge Schuhe oder synthetische Materialien können den Fußgeruch verstärken. Auch Socken aus synthetischen Materialien können zu schwitzenden Füßen führen.

In einigen Fällen können Schweißfüße auch auf Krankheiten hinweisen, wie Schilddrüsenfunktionsstörungen oder hormonelle Störungen. Faktoren wie Pubertät, Vererbung, Übergewicht oder psychische Belastungen können ebenso Auslöser sein.

Symptome der Hyperhidrose Plantaris:

  • Klamme, kalte Füße, auch bei Hitze.
  • Ständig feuchte Füße, Schuhe und Socken.
  • Starker Fußgeruch beim Ausziehen der Schuhe.
  • Wechselndes Kalt- und Warmwerden der Füße, trotz konstanter Temperaturen.